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Bewußtsein
Willst deines Lebens froh du sein, Wähl' lieber Thun als Scheinen, Vor allem aber präg' dir ein: Sei mit dir selbst im Reinen.
Wer Allen recht es machen will, Der treibt ein bös Geschäfte, Beständig fern von seinem Ziel, Kommt er um Lust und Kräfte.
Ein blauer Himmel dem gefällt, Dem Andern Regenwetter, Der möchte göttlicher die Welt, Der menschlicher die Götter.
Der Krämer in dem großen Rom Vertauscht um Gold die Musen, Dem Künstler an Sankt Peters Dom Zerspringt das Herz im Busen.
Ein Jeder sagt die Meinung sein Und Kein's will einen Zügel; Wer fern steht, hält den Berg für klein, Wer nah', für groß den Hügel.
Du mußt, was du erschaffen magst, Zuvor im Innem spüren, Und was du zu beschließen wagst, Das wag' auch zu vollführen.
Johann Ludwig Deinhardstein Aus der Sammlung Erstes Buch |